Mut hat viele Facetten. Manchmal kommt er held:innenhaft daher und fordert von uns furchtlose Kräfte. Ein anderes Mal wispert er uns sanft ins Ohr, wir mögen nun die ersten zarten Schritte tun. Der Sanftmut begleitet uns auf leisen Pfoten und streichelt unsere Seelen mit zarten Flügeln.

Als Courage hält er uns davon ab, etwas zu tun, was wir für ungerecht oder unsinnig halten. Wir spielen das Spiel nicht mit, wir brechen alte Muster.

Mut meinetwegen aber wozu?

Skizze aus meinem Journal 2025

In meiner Ausbildung zur Anwenderin der Positiven Psychologie am Inntal Institut stieß ich bei einer Übung auf einelebendige Mutform, die mich tief berührte: Als ich die Stärken meiner Familienmitglieder auflistete, wurde mir klar, dassviele meiner Ahn:innen eine unglaubliche Kraft in sich trugen: einen Lebensmut, der sie trotz aller Widrigkeitenweiterleben, kämpfen und tapfer sein ließ. Hier trägt der Lebensmut einen Kampfanzug.

Kämpfen und durchhalten, erfordern Mut und Kraft. Beinhalten manchmal auch die Angst, etwas zu verändern.

Grenzen setzen, hier mit Farbe

Skizze aus meinem Journal 2025

Er kann auch anders: Der Lebensmut tanzt dann beschwingt durch unsere Herzen und singt eine lebendige Melodie. Erfreut und heiter drehen wir mit ihm rund um Runde. So schön, so kraftvoll, so leicht.

Beim Wagemut kippeln wir ein bisschen hin und her, bis wir schließlich entschlossen ins Handeln kommen. Wir wagen etwas.

Rettungsring mit Herz

Aquarell-Collage 2026

Übermut ist das wildeste Kind des Mutes. Es macht einfach! Es schert sich nicht um Risiken, lacht, springt und fliegt in den Tag, den ein inneres Kichern begleitet.

Übermütig wie ein Kind

Illustration Übermut aus dem Kartenset Gefühle

Gleichmut ist die trübe Tasse unter den Gemütern. „Ach nein, lass mal“, winkt der ab, ihm ist alles egal.

Ganz das Gegenteil vom Unmut, der bockig verkündet, was ihm nicht so passt. „Unzumutbar“, ruft er und ist raus. Nicht mit ihm.

Unmut

Aus meinem Skizzenbuch Menschen 2023

Den größten Mut braucht es aus meiner Erfahrung jedoch, sich seiner Verletzlichkeit und Zartheit zuzuwenden. In einem System, das nur Sieger:innen fordert, werden unsere zarten Seiten oft überrannt und überdeckt. Unpopulär! „Wenn es erst mal jemand sieht, wie zart und verletzlich wir sind, werden wir verstoßen oder abgelehnt“, behaupten alte innere Anteile in uns.

Da wir nur gesund überleben, wenn wir uns zugehörig und verbunden fühlen, bleiben wir oft hart, meistens zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen, halten durch, auch wenn es unzumutbar wird.

Erstaunlicherweise hat Brene Brown, Forscherin zu Themen wie Scham, Verletzlichkeit, Mut und Empathie, Professorin und Bestsellerautorin, herausgefunden, dass die Menschen am glücklichsten sind, die sich ihrer Verletzlichkeit bewusst sind und sie, in ausgewählten Beziehungen, auch zeigen.

Verletzlichkeit

ArtJournal 2024

Im Falle von Mutlosigkeit empfehle ich Ihnen, zum Stift zu greifen und sich auf dem Papier schon mal Mut anzuschreiben für die Umsetzung in die Realität. Sie können sich zum Beispiel fragen, welche Art von Mut Sie sich gerade wünschen und wie Sie diesen nähren können.

Gerne können wir dies auch gemeinsam tun, bei einem meiner Angebote (siehe unten) wie z.B. beim MontagsMut, zu dem ich an ausgewählten Montagen im Jahr einlade.

Schreiben für Frauen

Laden wir in unser neues Jahr also den Mut in all seinen Facetten ein. Möge er beispielsweise vom berechtigten Zorn genährt werden und uns Kraft schenken, Unzumutbares zu ändern oder als Sanftmut uns leise begleiten.

Finden wir Wege, lebensmutig durch das Jahr zu wandeln, couragiert Entscheidungen zu treffen, furchtlos Neues zu wagen, Ausgedientes beherzt zu verabschieden und verwegen zu uns selbst zu stehen.

In diesem Sinne: Stay unerschrocken and carry on.