Wir leben in einer Zeit des permanenten Wischens und Tippens durch und in einer virtuellen und künstlichen Welt. Kein Wunder, dass sich viele nach etwas sehnen, wieder mit den Händen etwas zu tun, langsamer zu werden und wirklich bei sich anzukommen.

Dein Gehirn leuchtet mehr auf. Die norwegische Neurowissenschaftlerin Audrey van der Meer (NTNU Trondheim) hat mit ihrem Team die Gehirnaktivität von Studierenden per hochauflösendem EEG gemessen: einmal beim Tippen, einmal beim Schreiben.

Das Ergebnis: Beim Schreiben mit der Hand vernetzten sich deutlich mehr Gehirnregionen miteinander, vor allem solche, die für Gedächtnis, sensorische Integration und die Verarbeitung neuer Informationen zuständig sind.

Bildlich gesprochen: Beim Schreiben von Hand leuchten gleichzeitig Areale für Bewegung, Sinneswahrnehmung und Erinnerung auf, ein richtiges Netzwerk. Beim Tippen dagegen bleibt oft nur ein kleiner Ausschnitt aktiv, weil das simple, sich wiederholende Drücken einer Taste das Gehirn viel weniger fordert. Du verstehst tiefer, nicht nur mehr.

Du verarbeitest, was dich beschäftigt, auch körperlich.

Besonders spannend für dein Journal wiriting: Der Psychologe James Pennebaker fand schon in den 1980er-Jahren heraus, dass Menschen, die mehrere Tage hintereinander über belastende Erlebnisse schrieben, in den folgenden Monaten nur halb so oft zum Arzt mussten wie eine Vergleichsgruppe. Seither wurde dieser Effekt in über 400 Studien repliziert mit einer soliden, wenn auch moderaten Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Die Erklärung: Belastende Gedanken zu unterdrücken, kostet den Körper Kraft. Sie aufzuschreiben, löst diese Anspannung.

Was viele in meinen Workshops intuitiv spüren, ist also auch wissenschaftlich gut belegt: Der Stift auf dem Papier bringt dich auf eine andere Art in Kontakt mit dir selbst. Du kannst damit dein Unterbewusstsein, dein tieferes Wissen anzapfen und hast gleichzeitig einen wirksamen Digital-Detox-Effekt.

Zum Beispiel Morgens in dein Journal zu schreiben, könnte mehr Sinn machen, als sofort zum Smartphone zu greifen und dich in sozialen Medien zu tummeln.

Was das für dich bedeuten kann

Ob Journal writing, Visualisieren oder biografisches Schreiben all diese Formate laden dich ein, für offline zu gehen und ganz bei dir zu sein.

Ich erhalte so oft die Rückmeldung,

wie überraschend klar plötzlich etwas wird, sobald es aufgeschrieben wird. Schreiben führt zu mehr Fokus und weniger Ablenkung und oft zu Erkenntnissen, die sie so nicht erwartet hätten.

Bist du neugierig geworden? Ich freue mich, wenn du (wieder) mit dabei bist, ob im Workshop, bei einem Coaching-Termin oder einfach mit deinem eigenen Journal auf dem Nachttisch.

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